Berlin – Die Entscheidung, ein Unternehmen erfolgreich zu gründen, wird in vielen kleinen Schritten gemeistert. Hierbei sind vor allem die Auswahl der richtigen Mitarbeiter und die damit verbundenen Prozesse für viele Gründer Neuland, das es zu erkunden gilt. Amin Guellil, der mit der Personal-Agentur UCM Hostess sein eigenes Unternehmen gegründet hat, weiß genau, welche Stolperfallen beim Recruiting lauern und mit welchen Mitteln Mitarbeiter gewonnen und zufriedengestellt werden können.

1. Klares und professionelles Recruiting mit definierten Aufgabenbeschreibungen

Vor allem zu Beginn vertrauen viele Gründer zunächst auf Empfehlungen, Familienmitglieder, Freunde oder dem engeren Bekanntenkreis, da oftmals noch keine ausreichenden finanziellen Mittel vorhanden sind, um ein professionelles Recruiting durchzuführen. Die Folge: Die Vorstellungen passen nicht zueinander und im schlimmsten Fall wird sich nach kurzer Zeit schon wieder im Streit getrennt. Umso wichtiger ist es, Zeit in Stellen- und Anforderungsprofile zu investieren, um passende Mitarbeiter zu finden. Die Stellenbeschreibung gehört auf die eigene Webseite sowie Social Media Kanäle, wie zum Beispiel Xing, LinkedIn, Twitter oder Facebook. Hier ist aber unbedingt darauf achten, dass die Außendarstellung auch mit dem internen Handeln zusammenpasst, damit beide Seiten keine bösen Überraschungen erleben. Amin Guellil: „Für mich spielt vor allem das Bauchgefühl eine wichtige Rolle, egal ob ich einen Dienstleister oder eine Bürokraft anstelle. Natürlich sind auch der Lebenslauf, Zeugnisse oder der akademische Grad relevant, aber der Kandidat muss an erster Stelle mit seiner Persönlichkeit und Einstellung zu uns passen.“

Quelle: 123rf/alphaspirit

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2. Employer Branding als Erfolgsfaktor für das eigene Unternehmen

Noch nie waren die Ansprüche von Berufseinsteigern so hoch, wie heute. Sie möchten nicht nur einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, geleitet, motiviert und gefordert werden, sondern vor allem auch Spaß an der Arbeit haben. Karriere ja, um jeden Preis nein. „Wir stellen dies auch bei unseren Castings für Kunden-Aufträge fest. Unsere Hosts und Hostessen möchten immer mehr auch Tätigkeiten ausüben, die sie für den späteren Berufsweg vorbereiten. Sich gleichzeitig aber auch in einer Arbeitsatmosphäre wieder finden, die Rücksicht auf jeden einzelnen nimmt, bei Bedarf Hilfestellung gibt und die Möglichkeiten und Talente fördert“, so der Personalfachmann Guellil. Auch hierbei spielen vor allem die eigenen Social Media Kanäle und Inhalte (Owned Media) eine strategisch wichtige und entscheidende Rolle, wobei die Reaktionen darauf mittlerweile noch bedeutender geworden sind. Gelingt es einem Unternehmen hierbei, sich als attraktive Arbeitgebermarke zu präsentieren und als solche verstanden zu werden, steigt nicht nur die Anziehungskraft auf Bewerber, sondern auch die Qualität und Marktposition.

3. Extraleistungen für das Mehr an Mitarbeiterzufriedenheit

„Es ist wichtig, sich bereits vor der Anstellung der Mitarbeiter im Klaren darüber zu sein, welche Leistungsanerkennung den Mitarbeitern geboten werden soll, um sie langfristig an das Unternehmen zu binden“, so Amin Guellil. Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice werden heutzutage von vielen Bewerbern vorausgesetzt und sollten daher unbedingt auch in die Checkliste des Arbeitgebers aufgenommen werden. Zudem signalisiert solch eine freie Arbeitsform den Mitarbeitern gleichzeitig Vertrauen seitens des Unternehmens. Dass viele dieser Themen gerade für junge Firmen nicht sofort umsetzbar sind, ist klar. Dennoch sollten schon früh Strukturen und Routinen geschaffen werden. Mit dem Wachstum wird das Büro voller und unruhiger: „Wir sind mittlerweile durchgehend mehr als zehn Mitarbeiter im Büro. Als Testlauf haben wir für einige Bereiche das freiwillige Homeoffice eingeführt, was sehr gut bei allen Mitarbeitern ankam – auch bei denen, die nach wie vor im Büro sind“, berichtet Amin Guellil.
Zusätzliche Benefits wie Restaurant-Gutscheine, Gesundheitsvorsorgeleistungen, Zuzahlung bei Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder bei Sportvereinen und Hardware, die den Mitarbeitern auch zur privaten Nutzung überlassen wird, steigern die Mitarbeiterzufriedenheit. Bietet der Arbeitgeber dann noch die Möglichkeit der Weiterbildung, ist die Kür erfolgreich gemeistert.

4. Expertenwissen nutzen

Gerade am Anfang sollten Gründer lieber nicht alleine am Ende des Seils ziehen, während auf der anderen Seite die Behörden und Ämter, Konkurrenten und Nachahmer am Markt stehen. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Abteilungen sofort mit Mitarbeitern ausgefüllt werden müssen. Externe Berater sind hier das Stichwort, die sich vor allem mit Coaching und Personal auskennen sollten, um das Unternehmen gemeinsam voranzutreiben. Bei Bedarf kann das Berater-Team später durch Anwälte, Steuer- oder Versicherungsexperten ergänzt werden.

5. Anstellung von festen und freien Mitarbeitern

Sind die Auswahlverfahren erfolgreich gelaufen, steht die Entscheidung an, ob die neuen Mitarbeiter fest angestellt oder doch lieber als Freelancer arbeiten sollen. Was jedoch vielen nicht bewusst ist: Auch die Arbeit von Freelancern birgt Risiken in sich, sollten diese nur für das eigene Unternehmen tätig sein und über Gewerbeschein abrechnen. Bei solch einer Beschäftigung handelt es sich meist um sogenannte Scheinselbständige (nach §1 SchwarzArbG.), eine klare Einordnung ist für Außenstehende oft undurchsichtig. Die Haftung übernehmen in diesem Fall nicht die Freelancer, sondern das Unternehmen. Bei einer Betriebsprüfung drohen hierbei im schlimmsten Fall hohe Geldstrafen, mit denen sich niemand gleich am Anfang einer Gründung konfrontiert sehen möchte. Umso wichtiger ist es auch hier, Experten um Rat zu fragen. „Wir klären unsere Kunden beispielsweise immer darüber auf, dass unsere Dienstleister rechtssicher angestellt sind und über Lohnsteuer abgerechnet werden. Gleiches gilt natürlich für unser Büro- und sonstiges Personal. Alles andere ist unseriös“, zeigt Agenturgründer Amin Guellil auf.

Quelle: Mashup Communications GmbH/UCM Hostess/uCastMe GmbH

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Veröffentlicht von:

Despina Tagkalidou

Despina Tagkalidou ist Auszubildende zur "Kauffrau für Marketingkommunikation" beim ARKM Online Verlag in Gummersbach. Neben ihren täglichen Aufgaben in den Bereichen Werbung, Public Relations, Messe und Design unterstützt sie die Mittelstand-Nachrichten in Form von aktuellen Meldungen.